Auf dem Weg zum Hotel Oberland nehmen wir mal wieder eine Abkürzung, die sonst auch nur Lokals nehmen und bleiben natürlich stecken (weil zu vorsichtig und zu langsam gefahren). Kathrin ist diesmal sehr entspannt… keine herannahende Flut, die das Zuhause wegspült, kein endloser Abhang in direkter Nähe, kein Tiefsand ohne Ankerpunkt für die Winde, nicht in der Wildnis ohne Zivilisation und außerdem hat sie obendrein vorher noch gesagt: „Du bleibst da stecken!“ Ich kletter also zum Fenster aus dem eingeschlammten Landy und darf das Werk bewundern. Mal wieder Winden-Zeit mit Locals. Nach dem super Start in La Paz treffen wir am Camping Deutsche, Flo und Birgitt, aus Eichstätt und Anna und Timo aus Köln. Man tauscht sich aus und bekommt hilfreiche Tipps zur Reiseroute oder Tricks zur Reparatur des Expeditionsfahrzeuges. Eine Spritze aus der Apotheke z.B erledigt das Nachfüllen des Getriebeöls ohne viel Stress! Als ich in der Apotheke dann folgende Einkaufsliste bestelle, gibt es komisch fragende Gesichter:

1 Liter Alkohol, eine Spritze so - groß wie möglich, Schlauch oder Kanüle, ja ein Tropfer tut es auch.  

Naja, der Alkohol war für den Kocher, da ich im Laden keinen Spiritus gefunden habe, der Rest für’s Getriebeöl.

Einen Tag später treffen wir ein holländisches Paar, Leontin und Arjan, und die Australier, Bec und Marc. Gemeinsam haben wir eine tolle Zeit und feiern unter anderem den deutschen Sieg des WM-Finales in einem Pub in La Paz (btw. wir können es immer noch nicht fassen!). Einige Tage darauf steuern wir weiter zum Titikakasee, ziemlich unspektakulär, wie wir finden und deshalb entschließen wir uns direkt am nächsten Morgen über die nächste Grenze nach Peru zu fahren.

An der Grenze verbringen wir Stunden, weil wir mal wieder von der bolivianischen Polizei schikaniert und um Geld gebeten werden. Als wir fragen, warum wir auch hier wieder 20 Bolivar zahlen müssen, bekommen wir eine klare Antwort: „Ihr seid hier an der Grenze, also müsst ihr zahlen!“. Was zum Teufel?! Ziemlich genervt kommen wir an der peruanischen Migration an und erwarten dort eigentlich nichts anderes. Doch wir sind überrascht - so unkompliziert sind wir schon länger nicht mehr über eine Grenze gekommen. Auf nach Cusco!