Nach der großen Rettungsaktion des 7 Tonnen-Wohnmobils unserer venezuelanischen Weggefährten trennen sich unsere Wege, da wir zurück nach Aracaju müssen - schließlich wollen wir dort die heiß ersehnten Boxen abholen, die der kleine Fenstermacherladen für uns anfertigt und die vor allem eins versprechen: MEHR PLATZ im Landy! Wir quartieren uns also wieder im alten Campingplatz ein und relaxen die verbleibende Zeit.

Plötzlich bekommen wir Besuch: Ein relativ neuer Land Rover steuert in Richtung Camping - es begrüßt uns eine einheimische Familie, Vater Henrique mit seinem Sohn André und Mutter Roze, die unseren Land Rover von der Straße aus entdeckt und uns daraufhin am Campingplatz ausfindig gemacht hatten. Mit einer Mischung aus ein paar Brocken Spanisch sowie Portugiesisch und Englisch wird über allerhand gequatscht: Die Landys, den Trip und schließlich werden wir zu einem Abendessen mit „local food“ in der „Casa Vitoria“ eingeladen. Wir freuen uns wie kleine Kinder und werden noch am selben Abend (natürlich nachdem wir die Boxen abgeholt haben) von der gesamten Familie sowie ein paar Nachbarn freudig empfangen. Roze und ihre Tochter Marina haben extra für uns das volle brasilianische Programm aufgetischt: Angefangen von Cashewnüssen, Wachteleiern bis hin zu einheimischem Käse und natürlich Bier und Caipirinha, findet das Essen seinen Höhepunkt um etwa 22Uhr mit Carne de Sol, Couscous, Macacheira (einer kartoffelähnlichen Wurzel), Fischomlette, u.v.m. Völlig vollgegessen und zufrieden verabschieden wir uns von der großartigen Familie, die uns abschließend noch zwei Gastgeschenke mit auf den Weg gibt: Einen ausgezeichneten, lokalen Cachaca UND einen Landrover in Miniausführung.

 

Die nächste Nacht verbringen wir erneut am zauberhaften Strand von Praia do Gunga - doch diesmal völlig trist und verregnet, sodass wir beschließen weiter nach Pipa zu fahren. 

Pipa wird im Lonley Planet mit den schönsten Stränden Brasiliens angepriesen; wir sind also gespannt und hoffen auf besseres Wetter. Nach einer langen Fahrt kommen wir bei Dunkelheit an und wählen den Campingplatz aus, den unser Navi als Einzigen auf der Karte anzeigt. Empfangen werden wir hier an diesem Ort, der sehr an Friedhof der Kuscheltiere erinnert (völlig verlassen in Mitten eines Dschungels), von einem völlig betrunkenen Besitzer. Als er merkt, dass wir uns nicht ganz so wohl bei ihm fühlen, fordert er uns auf zu bleiben, denn alle anderen Campingplätze in der Stadt wären unsicher - bei ihm sei es familiär: AHA! Wir verlassen sein Grundstück recht zügig und erzählen ihm, wir würden evtl. später wieder kommen. Ohne darüber ein Wort zu verlieren, sind wir uns einig, nicht wieder zurückzukehren und verbringen die Nacht in einer gemütlichen Pousada im Zentrum Pipas. Am nächsten Morgen setzen wir unsere Suche nach einem Schlafplatz inklusive Landy fort und finden den Campingplatz am wunderschönen Strand Praia do Amor. Hier sticht uns sofort eins ins Auge - nämlich ein riesiger Bus. Wir wundern uns, wie dieses „Monster“ den Weg durch die absolut engen Gassen in den verwinkelten Campingplatz meistern konnte. Natürlich fragen wir das den Besitzer selbst: Mauricio, ein 24 jähriger Hotelfachmann, kommt aus dem Ort Jericoacoara und hatte den ursprünglichen Plan mit 2 weiteren Freunden zu reisen. Da beide aber kurzfristig abgesprungen sind, hat er nun 3 Betten, einen Wohn- und Kochbereich sowie 2 Bäder für sich allein. Ab und an nimmt er Reisende mit, die er auf seinem Trip kennenlernt. Total abgefahren! 

Wir genießen die Zeit hier für einige Tage und fahren dann weiter nach Canoa Quebrada, ein kleines Fischerdorf, das nicht ganz so touristisch ist wie Pipa und mit seinen weiten Strände, Dünen und kleinen Lagunen absolut sympathisch wirkt. Hier treffen wir zufällig wieder auf alte Bekannte: Raul, Yadira und Patron aus Venezuela. Gemeinsam unternehmen wir einige Touren durch die Dünenlandschaft in kleine Lagunenbars, genießen auf dem Grundstück des Pousadabesitzers den Pool, einheimisches Essen inklusive Asadoabend und versuchen uns ein wenig im Bodyboarden.

 

Zusammen starten wir auch weiter durch nach Jericoacoara, mit einem Zwischenstopp an einer kleinen Strandbar, an der wir Wildcampen.

Uns wird von Einheimische erzählt, dass Jeri den überhaupt schönsten Strand von Brasilien haben soll. Zu erreichen ist die Stadt allerdings nur über Dünen und im besten Fall mit einem 4x4 Fahrzeug. Gut, dass wir sowas besitzen! Markus kann das Offroadfahren durch den Sand kaum erwarten. Doch vorher stoppen wir im Vorort Jijoca, da wir uns dort mit unseren Freunden aus Venezuela verabredet haben, um den Weg durch die Dünen gemeinsam zu bestreiten. Da wir uns jedoch verpassen und es schon ziemlich spät ist, beschließen wir auf dem Campingplatz in Jijoca an einer wunderschönen Lagune zu übernachten. Hier treffen wir auf eine südafrikanische Familie, die an diesem Abend ihre Umreisung von Südamerika feiert (auch in einem Landrover). Wir schließen uns dem Barbecue an und haben gemeinsam eine Menge Spaß: Guter Rum aus Venezuela, eine Menge Jägermeister und eine Badelagune direkt vor der Tür lassen auf den Ausgang des Abends schließen…