Auf dem Weg nach Cusco durchqueren wir Puno und schließen dort problemlos eine Versicherung für den Landy ab. Kurz danach befindet sich eine kleine Inkastätte, Sillustani, an der man kostenlos campen kann. Wir übernachten dort und treffen das schweizer Paar, Janine und Fabian, mit denen wir am nächsten Morgen gemeinsam nach Cusco weiterziehen. Cusco ist, wie ich finde, eine wunderschöne Stadt und wir verbringen dort auf einem gemütlichen Campingplatz am Gipfel der Stadt ein paar Tage, bis wir unsere Tickets für den Machu Pichu besorgt haben. Tickets gekauft, freuen wir uns schon und wollen an einem Dienstag Morgen nach Santa Teresa aufbrechen, um schließlich am Mittwoch über Hidroelectrica Richtung Machu Pichu zu wandern. Doch ich fühle mich irgendwie nicht wohl. Mich quälen unvorstellbare Magenkrämpfe, Übelkeit und der Rest, den Magen-Darm-Probleme so mit sich bringen. Nach 2 Stunden warten, in der Hoffnung, dass vielleicht doch etwas Besserung eintritt, beschließen wir abzubrechen und Janine und Fabian allein aufbrechen zu lassen. Stattdessen kontaktieren wir ein Krankenhaus in der Stadt, das glücklicherweise eine deutsch sprechende Ärztin hat. Um 16 Uhr ist Treffpunkt in der Lobby des Krankenhaus. Die Stunden bis dahin wollen einfach nicht vergehen, alle 5 Minuten frage ich Markus, wann denn endlich das Taxi komme. Das bestellte Taxi erscheint natürlich nicht und da ich mich, mittlerweile absolut dehydriert, kaum mehr auf den Beinen halten kann, sind wir froh, dass uns der Campingbesitzer mit seinem eigenen Fahrzeug zum Krankenhaus fährt. Dort angekommen, werde ich sofort stationär aufgenommen und bekomme Infusionen. Erst nach vielen Stunden fühle ich mich endlich besser. Am nächsten Tag die Diagnose: Typhus. Einen weiteren Tag muss ich, wie Markus sagen würde, in dem „Hotel“ bleiben. Hotel deshalb, weil wir überraschenderweise in einem sehr modernen Einzelzimmer untergebracht werden, das neben einem privaten Bad, Blick über Cusco und einem großen Flatscreen auch noch ein extra Bett für Markus bereitstellt. Letzteres ist hier in Südamerika selbstverständlich, die Familie darf nicht getrennt werden. Trotzdem bin ich heilfroh am nächsten Tag wieder entlassen zu werden - Antibiotika für die nächsten 2 Wochen. Wir brechen direkt auf zum „ministerio de cultura“, denn wir haben verfallene Machu Pichu Tickets und versuchen diese zu tauschen. Da wir zum Glück eine Bestätigung vom Krankenhaus haben, lässt sich die gutmütige Chefin des Ministeriums von uns weichreden und wechselt unsere Tickets. Nun heißt es: „Machu Pichu, wir kommen!!!“.

 

 

Auf dem Weg zum Hotel Oberland nehmen wir mal wieder eine Abkürzung, die sonst auch nur Lokals nehmen und bleiben natürlich stecken (weil zu vorsichtig und zu langsam gefahren). Kathrin ist diesmal sehr entspannt… keine herannahende Flut, die das Zuhause wegspült, kein endloser Abhang in direkter Nähe, kein Tiefsand ohne Ankerpunkt für die Winde, nicht in der Wildnis ohne Zivilisation und außerdem hat sie obendrein vorher noch gesagt: „Du bleibst da stecken!“ Ich kletter also zum Fenster aus dem eingeschlammten Landy und darf das Werk bewundern. Mal wieder Winden-Zeit mit Locals. Nach dem super Start in La Paz treffen wir am Camping Deutsche, Flo und Birgitt, aus Eichstätt und Anna und Timo aus Köln. Man tauscht sich aus und bekommt hilfreiche Tipps zur Reiseroute oder Tricks zur Reparatur des Expeditionsfahrzeuges. Eine Spritze aus der Apotheke z.B erledigt das Nachfüllen des Getriebeöls ohne viel Stress! Als ich in der Apotheke dann folgende Einkaufsliste bestelle, gibt es komisch fragende Gesichter:

1 Liter Alkohol, eine Spritze so - groß wie möglich, Schlauch oder Kanüle, ja ein Tropfer tut es auch.  

Naja, der Alkohol war für den Kocher, da ich im Laden keinen Spiritus gefunden habe, der Rest für’s Getriebeöl.

Einen Tag später treffen wir ein holländisches Paar, Leontin und Arjan, und die Australier, Bec und Marc. Gemeinsam haben wir eine tolle Zeit und feiern unter anderem den deutschen Sieg des WM-Finales in einem Pub in La Paz (btw. wir können es immer noch nicht fassen!). Einige Tage darauf steuern wir weiter zum Titikakasee, ziemlich unspektakulär, wie wir finden und deshalb entschließen wir uns direkt am nächsten Morgen über die nächste Grenze nach Peru zu fahren.

An der Grenze verbringen wir Stunden, weil wir mal wieder von der bolivianischen Polizei schikaniert und um Geld gebeten werden. Als wir fragen, warum wir auch hier wieder 20 Bolivar zahlen müssen, bekommen wir eine klare Antwort: „Ihr seid hier an der Grenze, also müsst ihr zahlen!“. Was zum Teufel?! Ziemlich genervt kommen wir an der peruanischen Migration an und erwarten dort eigentlich nichts anderes. Doch wir sind überrascht - so unkompliziert sind wir schon länger nicht mehr über eine Grenze gekommen. Auf nach Cusco!

 

 

 

 

Uyuni Salzwüste, tatsächlich auch ohne Tour!

Wir warten auf das Auftauen der Zapfsäulen an einer der zwei Tankstellen Uyunis. David und Silvie aus Frankreich, auch overland unterwegs, machen das selbe. Man kommt so ins Gespräch und letztendlich stellt man fest, dass man gerade dasselbe vor hat: Eine Nacht auf dem Salzsee, der Salar, verbringen. Nach allen Vorbereitungen (Tanken+Einölen der Karre) beginnt unser Jointventure. David und Silvie haben Koordinaten zu einer Insel - wir lassen uns treiben und folgen ihnen, als wären sie Tourguides. Was mal wieder nervig ist: Der bolivianische Hampelmann, der nur die Ausweise kontrollieren darf, will mal wieder einen Wegzoll ohne Quittung an der Auffahrt auf den See. Wir zahlen, was wir haben, ein paar Groschen aus der Hosentasche, wenn auch nicht so viel wie der Amigo wollte. SIlvie macht es ganz geschickt… erst mal… „ich schau mal ins Auto, nach Geld suchen“, dann bringt sie dem Affen eine Banane. Genervt von dem herum diskutieren lässt er sie dann kostenfrei passieren. Es ist eine windstille Nacht, nicht zu kalt, ein wahnsinns Erlebnis. Bei Wein und Pasta lassen wir mit den beiden Franzosen den Abend ausklingen. Morgens trennen sich unsere Wege wieder, die beiden wollen noch den Vulkan erklimmen, wir jedoch weiter in Richtung La Paz. An diesem Tag sehen wir das 5:0 gegen Brasilien an einer Polizeikontrolle. Die Beamten sind recht perplex zur Halbzeit und winken uns einfach durch…

 

Bolivien, das Land unbegrenzter Möglichkeiten! Warum? Naja, man kann hier alles und jeden schmieren. Unsere erste echte Begegnung mit der bolivianischen Verkehrspolizei an einem Checkpoint endete mit Kopfschütteln und der Erkenntnis, dass Sprachbarriere nicht gleich Sprachbarriere ist. Der nette Herr bekam alle Kopien der Unterlagen in die Hand gedrückt. Nach ewigem Kontrollieren jedes Buchstaben der Papiere, ließ er mich verstehen, dass ein sehr wichtiges Papier fehle ohne jenes eine Weiterfahrt nicht möglich sei. Also wird bei uns im Auto gewühlt und gewühlt, ich dachte der Versicherungsschein fehle… nach zwei Stunden in deren kleinen Stube, fast schon an mir selbst zweifelnd, rückt der verbeamtete Staatsdiener mit der konkreten Beschreibung des Papiers raus: 50 Bolivars (5€). Ab jetzt immer `nen 10er (1€) in den Massen von Unterlagen liegen lassen - wenn der Hampelmann korrupt ist, verschwindet dieser von Geisterhand, wenn nicht, bleibt er in den Unterlagen. Erste Eindrücke von Bolivien bekommen wir bei der Reise durch Sucre und Potosi. Straßen sind entweder super oder super schlecht - so schlecht, dass wir das Reserverad fast verlieren weil die Halterung bricht (vorerst vergebliche Reparatur 10€). Da etwas mit den Papieren von Argentinien aus nicht stimmt, müssen wir kurz noch mal hin, um das alles richtig zu stellen. Nicht viel Umweg, nur so 500 km. Also fahren wir so zügig und angenehm wie möglich durch Bolivien, nach Argentinien, von da aus nach Chile und dort dann in die Atacama Wüste. Die ersten Meter auf chilenischem Boden… Foto von der Wüstenlandschaft… die Spiegelreflex ist im Eimer - fängt ja schon mal gut an! Um die günstige alternative zu meiner Canon 7d zu kaufen, fahren wir kurz um 300km einfach von San Pedro de Atacama nach Antofagasta… ans Meer. Ich bin glücklich und nachdem ich das bin, ist Kathrin es auch. Nach dem deutschen Einzug ins Halbfinale, fahren wir in die Wüste zurück nach Bolivien, die Lagunenroute soll schön sein. Mal wieder Spaß mit den bolivianischen Grenzern. Von San Pedro rauf an die Grenze, 50km mit fast 2000m Höhenunterschied, und das zwei mal, weil wir vergessen haben uns in San Pedro auszustempeln. 100km später kommt erst der Zoll, irgendwo im Park. Endlich rein in den Nacional Park, Schotter wie sonst, nur eben auf 4300m und -20°C. Unsere erste Nacht hier auf der Höhe: Horror. Uns geht es beiden sehr schlecht, Magen spielt verrückt, jede Anstrengung bringt einen fast zum Auskotzen der Eingeweide. Wir frieren uns durch die Nacht, morgens will man gleich weiter, nur „is nich“, weil der Diesel ohne Additive geliefert wird. Der Landy springt nicht an! Und dann stellen wir fest, wir stehen auf der falschen Seite des Canyons. Die Sonne braucht ewig um das Auto zu erreichen bzw. aufzutauen! Ein Indikator für die Temperatur nachts: Durchgefrorener 5 Liter Kanister Wasser. Um 11 Uhr, nach ziehen und zerren des Karrens in die Sonne, springt die Kiste an und wir sind endlich auf dem Weg nach Uyuni. Die Kälte hier macht einen fertig, die Hostals haben ungeheizte Zimmer, Wasser ist rationiert. Duschen gehen nur abends, morgens ist alles gefroren. Die Zapfsäulen sind gefroren, soviel zur Spritqualität. Die Autos werden täglich gewaschen, soviel zur Wasser Rationierung.

 

 

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